Blackwood Soundsystem

maddent

 

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Haile Selassie

 

Über maddent


Ein einziges Lied: Daran schuld, daß ich Reggae höre...1978 erschien von 10cc "Dreadlock Holiday", der Auslöser für meine Vorliebe für diese Musik, die sich rasant in eine Begeisterung weiterentwickelte. Die erste Platte war eine gebrauchte Ausgabe von Marleys "Live" (damals für 6 Mark einem Mitschüler abgeluchst). Meine Favoriten in dieser Zeit waren die großen Gesangstrios der 70er: Gladiators, Mighty Diamonds und andere. 1980 hatte ich die wundervolle Gelegenheit, Marley in Kaiserslautern live erleben zu können (Hier sind einige Bilder von diesem und anderen Konzerten aus den Achtzigern zu sehen).


Um den Dreh zu finden, zum ersten Mal nach Jamaica zu reisen, dauerte es noch bis 1988 (Ein paar Bilder...). Dort konnte ich zum ersten Mal Soundsystems erleben, die Arbeit der DJs und MCs bestaunen, die sich so massiv von der Art Musik unterschied, die ich hier kannte. Auch Dub war eine neue Erfahrung, die ich heute nicht mehr missen möchte.


Anfang 1991 lernte ich Thomas und Wolf kennen und mußte eingestehen, daß meine Sammlung von Reggae-Platten, auf die ich bis dahin sehr stolz war, im Vergleich zu Thomas' Plattenbibliothek recht ärmlich wirkte. Er hatte auf meine weiteren Hörgewohnheiten großen Einfluß, da ich in seinem "Schrank" viel Musik entdeckte, die mir bis dahin völlig unbekannt war, so zum Beispiel Studio-One-Aufnahmen aus den Anfängen des Reggae. Auch die Art und Weise, einen Riddim in Form der Version Excursion auszureizen, lernte ich bei ihm kennen.


Fast schon zwangsläufig entwickelte sich das gemeinsame Interesse an der Musik zum eigenen Soundsystem, welches wir im Laufe der Jahre bis zur jetzigen Form aufbauten. Meine Aufgaben dabei liegen mehr im Hintergrund als am Plattenteller, den ich lieber Mr Bassie und Wolf ina Sheep überlasse...

 

Favourite Links:
www.winmx.com (DIE Musiktauschbörse)
www.reggae-riddims.com (Fast alle Riddims und Versions)

 

maddents Bilder

 

 

 

maddents Büchertips

 

Peter Michels "Rastafari"

Politische und geschichtliche Betrachtung des Rasta-Glaubens, viele schöne Zeichnungen, sehr zu empfehlen.

Trikont-Dianus-Buchverlag Gmbh
ISBN: 3-88167-057-2

Millard Faristzaddi "itations of jamaica and i", erster und zweiter Band

Hunderte von tollen Photos, viel religiöser Text, Rasta-Philosophy.
Erster Band in deutsch, zweiter in englisch.

Rogner und Bernhard
ISBN: 3-8077-0197-4 und 1-962-3333-1-2

Michael Thelwell "Sag Babylon, es wird noch von mir hören"

Die Geschichte von Rhygin, auf der der Film "The Harder they come" beruht.

Taschenbuch rororo
ISBN: 3-499-15782-9

Stephen Davis / Peter Simon
"Reggae International
"

Großformatiger Bildband in englisch, hunderte Bilder und Photos, umfangreiche Vorstellung wichtiger Reggae-Künstler...a must!!

Thames and Hudson
ISBN: 0-500-27279-4

 

Ryszard Kapuscinski
"König der Könige - Eine Parabel der Macht"

Ein Buch voller Augenzeugenberichte vom Hof Haile Selassies

Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3-601-01624-1

 

 

Haile Selassie I auf Jamaica, 21.4.1966
Ein Augenzeugenbericht von M.B.Douglas

Es waren mehr als 100 000 Menschen auf dem Flughafen, um ihn zu empfangen, darunter mindestens 10 000 Rastafarians. Der Morgen war regnerisch, und viele Menschen waren naß bis auf die Haut. Vor der Ankunft des Flugzeugs hatten die Rastafarians gesagt, dass der Regen aufhören würde, "sobald unser Gott kommt".

Es war wie ein Wunder, doch der Regen hörte auf, als das Flugzeug landete. Die Brüder brachen in Freudenschreie aus und drängten auf das Rollfeld, wobei einer den anderen schob, um auch einmal das Flugzeug berühren zu können. Als der Kaiser die Menschen, die Flaggen, das Jubeln und das Singen sah, weinte er.

Er sagte uns später auf der Cocktailparty, daß er sich niemals habe träumen lassen, so fern seines Landes eine solche Anhängerschaft zu finden, die ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Die Menge hatte das Flugzeug derart umlagert, daß der Kaiser fast eine halbe Stunde lang nicht im Stande war, herunterzusteigen. Die Polizei versuchte vergeblich, für Ordnung zu sorgen, Ich wurde als Botschafter Haitis als einer der Führer der afrikanischen Nationalisten gebeten, zu der Menge zu sprechen, da ich selber aber kein Rastafarian bin, schlug ich Mortimo Planno vor, der über die Lautsprecheranlage gebeten wurde, zu dem Flugzeug zu kommen. Er stieg die Gangway hinauf, reichte dem Kaiser die Hand, wandte sich an die Menge und bat sie, dem Kaiser Platz zu machen. Das wurde getan.

Der Kaiser stieg vom Flugzeug hinunter, aber zu diesem Zeitpunkt waren die offiziellen Pläne für die Begrüßungszeremonie schon völlig zunichte gemacht. Der Kaiser stieg in ein Auto und fuhr zum Kings House. Die Rastafarians scherten sich nicht um das Protokoll und die offizielle Begrüßung. Sie sagten sich: Das ist unser Tag. Es ist unser Gott. Seinetwegen sind wir gekommen. Wir sind hier, um ihn zu begrüßen.


Ein anderer Augenzeuge berichtet:
("Daily Gleaner", 22. April 1966)


Seine Kaiserliche Majestät, Haile Selassie I, der Kaiser von Äthiopien, König der Könige, der Siegreiche Löwe von Juda, kam gestern nachmittag zu einem Willkommen der Superlative in Jamaica an. Und er weinte.


Er weinte, als er auf der Treppe eines Flugzeuges der äthiopischen Luftlinie stand, das ihn von Trinidad und Tobago nach Jamaica gebracht hatte, und als er die riesige und außer sich geratenen Menge überblickte, die sich zu seiner Begrüßung auf dem Palisadoes Airport versammelt hatte. Die Tränen schossen aus seinen Augen und liefen sein Gesicht herab. Vielleicht wird man niemals wissen, ob er aus Sorge über die Unkontrollierbarkeit der riesigen Menschenmenge weinte, die gekommen war, um ihn zu empfangen, oder aus purer Freude; wie auch immer, es war ein gefühlsgeladenes Willkommen.


Seit Mittwoch nacht hatten sich Menschen aus allen Teilen Jamaicas auf dem Flughafen versammelt: Sie kamen zu Fuß, in Autos, in Pferdewagen, in Karren, in gemieteten Bussen, auf Fahrrädern und jedem nur denkbaren Transportmittel, und noch nie in der ganzen Geschichte Jamaicas hat es ein derart spontanes, warmherziges und aufrichtiges Willkommen für irgendeine Person gegeben, gleich welcher Monarch zu Besuch kam, welcher VIP kam oder welcher Führer einer jamaicanischen Partei von einer Reise zurückkehrte.


Seine kaiserliche Majestät sagte später, daß er von diesem Willkommen überwältigt und tief berührt war. Es zeige ihm, sagte er, welche engen Bande und Zuneigungen zwischen dem Völkern von Jamaica und Äthiopien bestünden.


Die Mehrzahl der Menschen auf dem Flughafen waren Rastafarians und Mitglieder der Afro-Jamaicanischen Gesellschaften. Sie trugen ein Kaleidoskop von afrikanischen Gewändern. Sie kamen von überall her.
Sie kamen aus den Schlupfwinkeln der Wareika Hills. Sie kamen aus den Bruchbuden von Western Kingston. Sie kamen aus den entlegenen Bergen von Accompong, aus dem üppigen Hochland von Moore Town in den John Crow-Bergen. Sie kamen vom Vere- und Milk-Fluß, von den Johnson-Bergen in St. Thomas, aus kleinen Dörfern und großen quer über ganz Jamaica von Negril bis Morant Point.


Sie brachten Tausende von farbigen äthiopischen Fahnen und Flaggen mit, Palmblätter, Feuerwerkskörper, Kanonenschläge, Trommeln und das Abeng - das berühmte Ochsenhorn der Maroons, das seit unvordenklichen Zeiten über die Berge Jamaicas schallte ( und in Afrika während der Kriege der Ashanti ).


Der Enthusiasmus war zu viel für die Behörden. Die Polizei war von einer Welle all dessen umgeben. Das Ergebnis: Die gesamte verabredete Zeremonie fiel ins Wasser. Die offizielle Begrüßung fand nicht statt. Der rote Teppich wurde ignoriert. Die Hymnen wurden nicht gespielt. Der Kaiser wurde in der Tat in nervöser Eile in das Auto des Generalgouverneurs geschafft, um seinen triumphalen Einzug nach Kingston zu machen, der Hauptstadt Jamaicas, und damit die größte Verkehrsschlange auszulösen, die es in der Geschichte der Stadt wohl gegeben hat.


Und während dies alles geschah, wurden Kracher entzündet, donnerten Kanonenschläge, erscholl das Abeng, und brüllten Tausende von Menschen: "HAIL THE MAN I !"


Das Flugzeug des Kaisers, für 11 Uhr in Jamaica erwartet, war durch eine Landung auf Barbados verspätet. Es kam hier erst um 1 Uhr 25 an, und bis es an das Empfangsgebäude herangerollt war, war es 1 Uhr 40. Da war es bereites ein Tollhaus. Hunderte von Rastafarians hatten die VIP-Linie von Ministern und Führern der Opposition durchbrochen und schwirrten um und unter dem Flugzeug herum, ohne sich um die noch drehenden Propeller zu kümmern. Und zu dem Zeitpunkt, da der Kaiser mit seiner Begleitung auf der Treppe erschien, war alles außer Kontrolle.
Es wurde 2 Uhr 15, bis der Kaiser das Flugzeug verlassen und den Wagen des Generalgouverneurs besteigen konnte, um einen eiligen Rückzug aus dem turbulenten Gebiet anzutreten, zu dem der Palisadoes Airport geworden war. Zuvor hatte es geregnet. Aber der Regen hielt da Tanzen und Flaggenschwenken der zahlreichen Rasta-Gruppen nicht auf, die den Flughafen füllten. Viele riefen: "Wenn Gott kommt, wird die Sonne hervorkommen!". Es war so. Sobald das Flugzeug den Boden berührte, hörte der Regen auf, brach die Sonne hinter den Wolken hervor, stürmte die Menge in alle Richtungen los, und es war ein Gebrüll, wie man es noch nie zuvor auf Palisadoes gehört hatte.


Für eine Weile glaubte man, die Zeremonie könne wie geplant von statten gehen. Der Kaiser und seine Begleitung standen auf der Plattform der Landungstreppe, während hohe jamaicanischen Militärs die unteren Stufen besetzt hielten und über die Schwärmende menge und die übrigen Militärs bleckten, die sich bemühten, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen.
Es wäre eine große Torheit gewesen, ihn zu diesem Zeitpunkt herabsteigen zu lassen, denn jeder wünschte, ihn zu berühren. Überall waren Schreie zu hören: "Der Tag ist gekommen. Gott ist unter uns. Laßt uns den Saum seines Gewandes berühren.


Als der Wagen des Generalgouverneurs davonfuhr, stellten sich Menschen in den Weg und umzingelten ihn. Einige riefen: "Erinnert euch an mich. Bereitet mir einen Platz in eurem Königreich vor.". Die Verwirrung hielt den ganzen Weg bis zum Kings House an. Polizeibarrieren wurden durchbrochen. Die königliche Gefolgschaft wurde zersplittert.
Und obwohl es dabei etwas kontrollierter zuging, war die Situation im Nationalstadium dieselbe, als der Kaiser dort um 5 Uhr zu einem nationalen und bürgerlichen Willkommen erschien. Das Abeng dort war überlaut und störte manchmal das Willkommen der Nation, das vom amtierenden Premierminister, Hon. Donald Sangster, gesprochen wurde.
Das Abeng überbrüllte die gesamte Vorstellung des Nachmittags und hielt die riesige Menge, die sich seit dem frühen Morgen im Stadium versammelt hatte, in einer fieberhaften Stimmung, die in vollständige Unordnung umschlug, als der Kaiser und seine Begleitung das Stadium verließen. Es war einfach unmöglich, die Menge in Schach zu halten, die herumschwärmte und den Marathon-Eingang des Nationalstadiums stürmte.


Bei der ganzen Begrüßung des gestrigen Tages wurde kein jamaicanischer Führer besonders beachtet. Einige, darunter Kirchenführer, die zum Empfang des Kaisers auf dem Palisadoes Airport eingeladen worden waren, waren umgekehrt, sobald die Unordnung begann und die Rufe zu hören waren: "Geht, dies ist nicht euer Tag; dies ist unser Tag. Gott ist hier!".


Die Visite des Kaisers war der begeistertste Staatsbesuch, den Jamaica je erlebt hatte. Zahlreiche Rastas sollen lange vorher dafür gespart haben, damit sie sich Festkleider kaufen, ihre Hütten neu streichen und zum Flughafen fahren konnten. Einige sollen aber auch enttäuscht darüber gewesen sein, daß statt des strahlenden Messias, den sie erwartet hatten, ein kleiner gebrechlicher Greis aus dem Flugzeug stieg.


Am 22. April gab der Kaiser im Sheraton Hotel in Kingston eine private Cocktailparty, zu der er 60 Rastas einlud. Der Kaiser verteilte Medaillen mit seinem Bildnis. Einen Monat nach dem Staatsbesuch brachte ein Senatsmitglied den Initiativantrag ein, die jamaicanische Verfassung dahingehend abzuändern, daß der äthiopische Kaiser anstelle der englischen Königin Staatsoberhaupt von Jamaica werde. Er begründete den Antrag damit, daß die Jamaicaner dem Kaiser weit mehr Bewunderung entgegenbrächten als der fremden weißen Königin. Der Antrag wurde abgelehnt.

(Beide Artikel mit Dank entnommen aus: Peter Michels "Rastafari" , 3. Auflage 1981)

http://www.geocities.com/marydread/bwpics.htm